Die Bierener Kirche

Die Kirche in Bieren wurde 1908 als Nachfolgerin einer in Fachwerkbauweise ausgeführten Kapelle - "Klus" genannt - errichtet, nun ganz aus Bruchstein. Der Altarraum mit Sakristei und Taufkammer ist an der Stirnseite des Gebäudes als Halbkreis an das Kirchenschiff angefügt.

Eine Anekdote berichtet über einen kleinen Akt Rödinghauser Widerstands während der Nazi-Zeit: Der von Hitler ernannte Reichsbischof Ludwig Müller (von 1909 bis 1913 Pfarrer in Rödinghausen) wollte am 25.4.1935 "in seiner früheren Gemeinde einen Gottesdienst halten und bittet um Überlassung der Kirche". Das Presbyterium beschließt nach langer Aussprache in namentlicher Abstimmung mit 6 gegen 5 Stimmen, "zu Veranstaltungen der Deutschen Christen, also auch zu Gottesdiensten durch den derzeitigen Reichsbischof, trotz aller gebotenen Rücksichtnahme auf unseren früheren Gemeindepfarrer (...) unsere Kirche, kirchliche Gebäude und Einrichtungen nicht zur Verfügung zu stellen". Müller reist an und findet die Kirche verschlossen. Pastor Beckmann ist unterwegs und der Schlüssel nicht zu finden.

Heute bestehen folgende Gruppen und Kreise in beiden Pfarrbezirken, die die Gemeindearbeit tragen und beleben: Singkreis (gegr. 1927,1934), Posaunenchor (gegr. 1880,1906) ebenso mehrere Frauenkreise, CVJM mit verschiedenen Kinder- und Jugendgruppen, Krabbel- und Spielgruppen; Hausbibelkreis; Bastel-, Handarbeits- und Krativkreise in Bieren. Zwei Suchtkrankenvereine bringen sich seit über 20 Jahren durch Treffen in den Gemeindehäusern sowie durch Evangelisationswochen und Basare ebenfalls in die Gemeindearbeit ein.

Das Mitte jeden Jahres gefeierte Missionsfest in Bieren, dem heute mehrere Verkündigungsabende vorausgehen, fand zuerst 1909 auf Buntemöllers Hof in Dono, später auf verschiedenen Höfen bis zuletzt auf Meyers Hof an der Bierener Kirche statt. Der 1892 gegründete CVJM betreibt seit vielen Jahren eine Partnerschaftsarbeit mit dem YDP (Youth Developmant Project) in Freetown, Sierra Leone (Westafrika). Dort wurde eine gut funktionierende, inzwischen fast selbständige Tischlerei-Lehrwerkstatt aufgebaut. Die Beziehung zwischen den Vereinen wird durch keine Zwischeninstanzen gestört; durch jährliche Besuche und viele Briefe ruht die Arbeit auf dem Fundament persönlicher Kontakte. (Näheres siehe: Initiativen - Patenschaft Sierra Leone)

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