Informationen über die Bruchsteinmauer

Mit freundlicher Genehmigung der Bünder Zeitung (Westfalen-Blatt, Ausgabe Bünde) zitieren wir hier einen Artikel vom 20.11.2014:

 

Bruchsteinmauer instabil
Sanierung an Kapellenstraße erforderlich – unterschiedliche Auffassungen über Vorgehensweise


R ö d i n g h a u s e n (BZ).

Südlich der Bartholomäuskirche steht der etwa 40 Meter lange Rest einer als Ringeinfassung des Kirchhofs errichteten Bruchsteinmauer. Die Bartholomäus-kirche steht unter Denkmalschutz. Die sie umgebende Bruchsteinmauer ist stark beschädigt. Die dahinter liegenden Erdmassen drücken gegen die als Schwergewichtsmauer errichtete Wand.

Darüber, dass die Bruchsteinmauer dringend saniert werden muss, besteht zwischen den Beteiligten – der evangelischen Kirche, der politischen Gemeinde Rödinghausen und dem Westfälische Amt für Denkmalpflege in Münster – Einigkeit. Über die konkrete Ausführung der Sanierungsarbeiten sind die Parteien indes uneins.

Politische Akteure und Kirchengemeinde favorisieren vor allem aus technischen aber auch aus Kostengründen den Abriss der maroden Mauer, die Stabilisierung der eingefassten Erdmassen mit einer Betonmauer und – um das originale Erscheinungsbild zu erhalten – die Wiederverwendung der alten Mauersteine für die davor neu zu errichtende Mauer. Die Vorteile dieser Methode liegenauf der Hand: Eine Betonmauer gäbe grundsätzlich den Erdmassen die nötige Stabilität. Das Erscheinungsbild der originalen Bausubstanz bliebe erhalten.

Das Westfälische Amt für Denkmalpflege beharrt allerdings darauf, die Mauer in ihrer Struktur nicht zu berühren und als Denkmal unangetastet zu lassen und hat vorgeschlagen, die Mauer mittels »Vernadelung « zu stabilisieren. Die Mauer wird dabei an verschiedenen Stellen durchbohrt, Hohlräume werden im dahinterliegenden Erdreich durch diese Bohrungen hindurch ausgespült und die  Mauer mit eingespültem Beton im Erdreich »vernadelt«. Nachdem allerdings diese Methode vorgestellt wurde, die mit mindestens 150 000 Euro noch teurer ist, als der geplante Abriss und Neuaufbau der Mauer gewesen wäre, haben  dafür eingeholte Erdgutachten gezeigt, dass die Mauer ohne Fundament auf gleitendem Boden steht. Im westlichen Treppenbereich, wo ein Mauerbereichschon saniert werden musste, wurde zudem deutlich, dass die Mauer in sich die notwendige Stabilität für die vorgeschlagene Sanierungsmethode nicht hat. Zudem müsste darüber hinaus mit erheblichen zusätzlichen Kosten die gesamte Mauer abgesichert werden, um sie dann Meter für Meter nachträglich mit einem  Fundament zu versehen.

Eine Baustatik und ein Baugrundgutachten, die sowohl die fehlende Tragfähigkeit der Bruchsteinmauer, als auch die nicht ausreichende Steifigkeit der Böden zum Inhalt haben, beeindruckten das Westfälische Amt für Denkmalpflege allerdings nicht. Und die Kirchengemeinde ist nicht bereit, mehr als die Verdopplung der ursprünglich veranschlagten Sanierungskosten für das Risiko eines Experiment auszugeben, das womöglich dazu führen kann, die Mauer am Ende abreißen zu müssen. Dabei war eine Lösung zum Greifen nah.

Allerdings weigerte sich seinerzeit das Westfälische Amt für Denkmalpflege einen zwischen Vertreternder Gemeinde Rödinghausen, der evangelischen Kirche, Fachingenieuren und einem Mitarbeiter des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege ausgearbeiteten Lösungsweg, der sogar als Protokoll festgehalten wurde, im Nachhinein als gemeinsame Absprache anzuerkennen.

Die Kirchengemeinde hat sich nun an das Bauordnungsamt des Kreises Herford gewandt, da die vorliegenden Gutachten die Standsicherheit der Mauer nicht mehr als gegeben ansehen. Um eine Gefährdung auszuschließen muss die Mauer abgesichert werden. Mit Vertretern des Kreises Herford haben die Gemeindeverwaltung und die evangelische Kirchengemeinde geeignete Maßnahmen beschlossen. »Es wird leider auch zu Verkehrseinschränkungen auf der Kapellenstraße kommen. Die Kapellenstraße bleibt aber durchlässig«, betont Thomas Dahlmeier, Leiter des Ordnungsamtes. Die Gemeinde Rödinghausen und die Kirchengemeinde hoffen weiter auf eine einvernehmliche Lösung mit dem Westfälischen  Amt für Denkmalpflege.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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