Die Apostelfiguren in der Bartholomäuskirche

Beschreibung der Apostelfiguren in der Bartholomäuskirche zu Rödinghausen

Diese zwölf spätgotischen Apostelfiguren sind wie der Flügel­altar auch etwa 1520 entstanden und wurden in der Osnabrücker Schule hergestellt. Sie sind, was ungewöhnlich ist, aus Eiche - ein zum Schnitzen sehr hartes Holz -  hergestellt und sind ca. 86 cm hoch.

Auf der Taufsteinseite an der Südwand sind folgende Figuren

auf Sockeln angebracht, Beschreibung von vorn nach hinten:

 (Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.)

1. Petrus mit Schlüssel

Simon war sein eigentlicher Name, Sohn des Fischers Johannes aus Bethsaida am See Genezareth. Er war erster Bischof von Rom (gest. um 64), beigesetzt in einem Erdgrab unter dem Petersdom. (Aussage archäologischer Untersuchungen von 1940-1949). Petrus bedeutet Fels. Er gehörte mit Johannes dem Evangelisten und Jakobus dem Älteren zu den Vertrauten Jesu. Er wird mit dem Schlüssel dargestellt, da er die Schlüssel des Himmels von Jesu bekommen hat.

 

 

 

2. Paulus mit dem Schwert

Als Saul wurde er um 10 in Tarsus (Südtürkei) geboren. Die Familie war streng jüdisch und besaß das römische Bürgerrecht. Sein Hand­werk war Grobweber und die Zeltherstellung. 30-35 Studium der Thora an der Tempelakademie in Jerusalem. Vor den Toren von Damaskus zum Paulus bekehrt. (Damaskuserlebnis) Unter der Leitung des Petrus war er auch beim ersten Apostelkonzil(50-51) in Jerusalem dabei. Verhaftung im Jahr 59 und Inhaftierung in Caeserea bis 61, danach Überstellung nach Rom. Bei der Christenverfolgung Nero 64 zusammen mit Petrus hinge­richtet. Paulus wird dargesteilt als Prediger mit einem Buch in der rechten Hand und einem Schwert in der linken. Über dem Hinrichtungsplatz südlich Roms steht heute die Kirche " Tre Fontane". Sein Grab befindet sich in der Kirche "San Paolo fuori le mura". (San Paulo vor den Mauern)

 

 

3. Jakobus minor(der Kleine) mit der Walkerstange

Jakobus der Jüngere, Sohn des Alphäus wurde so genannt,um ihn von dem Älteren bevorzugten Jünger Jesu zu unterscheiden. In der Bibel sind keine weiteren Angaben über das Leben und Wirken zu finden. Im Jahre 62 erlitt er sein Martyrium. Er wurde von der Zinne des Tempels gestürzt und mit einer Walkerstange erschlagen.

 

 

 

 

4.Jakobus major der Ältere

Jakobus ist mit Pilgerstab, Reisetasche und Pilgerhut mit Muschel zu sehen. Jakobus war Sohn des Fischers Zebedäus und seiner Frau Salome von Galiläa aus Bethsaida am See Genezareth. Zusammen mit seinem Bruder, dem Evangelisten Johannes, folgten sie Jesus nach. Er ist im Jahr 44 von Herodes Agrippa I durch das Schwert hingerichtet worden. Sein Grab ist der Kathedrale von Santiago de Compostella. Er wird auch als Nationalheiliger und Patron Spaniens und Portugals verehrt.

 

 

 

5. Judas Thaddäus mit der Keule

Er wurde oft mit Judas dem Verräter verwechselt, er war der 12. und letzte Apostel. Er missionierte in Arabien, Syrien Mesopotamien und Persien. Dort erlitt er sein Martyrium und wurde mit der Keule erschlagen.

 

 

 

 

 

6. Matthäus mit der Hellebarde

Er war derjenige Jünger, den das Los bestimmte, den Platz als Apostel des Judas Iskarioth einzunehmen, der sich das Leben genommen hatte. Er missionierte in Äthiopien wo er im Jahre 63 gesteinigt und mit dem Beil erschlagen wurde. Kaiserin Helena brachte die Gebeine nach Trier, das 293-395 Hauptstadt des Weströmischen Reiches war. Es ist das einzige Apostelgrab auf deutschem Boden. Matthäus' Gebeine ruhen heute in der Benedik­tiner Abtei in Trier.

 

 

 

Die Kanzelseiteseite

Auf der Kanzelseite sind folgende Apostel dargestellt, Beschreibung von hinten nach vorn:

 

 

 

 

 

 

 

7. Philippus mit dem Kreuzstab

Er stammte aus Bethsaida am See Genezareth und gehörte zu den Jüngern Johannes des Täufers, bevor er von Jesu zum Apostel berufen wurde. Sein Martyrium erlitt er am Kreuzstab (ägyptisches Kreuz).

 

 

 

 

 

 

8. Thomas mit dem Winkelmaß

Er ist als "ungläubiger Thomas" aus der Bibel bekannt. "Weil du mich gesehen hast glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben" Joh. 20.24. Er war Baumeister, daher das Winkelmaß. Er missionierte in Indien, und erlitt sein Martyrium im Jahre 72 in der Nähe des heutigen Madras.

 

 

 

 

9. Andreas mit dem Schrägkreuz

Er wurde Bethsaida geboren. Mit seinem Bruder Simon Petrus bewohnten sie ein Haus in Kapernaum am See Genezareth und arbeiteten als Fischer. Andreas schloß sich Johannes des Täufers an, der ihn zu Jesus brachte. In Patras wurde er im Jahr 60 an ein Kreuz mit schrägen Balken geschlagen und gekreuzigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10. Simon Zelotes mit der Säge

Der "Kananäer" Simon wird im Neuen Testament kaum beschrieben. Vor seiner Berufung als Apostel war er ein Zelot, ein Anhänger einer jüdischen Partei in Palästina, ein " Eiferer ". Im Jahre 57 wurde er von Mithrapriestern im heutigen Georgien bei leben­digem Leibe zersägt.

 

 

 

 

 

 

11. Bartholomäus mit dem Messer

Der Namenspatron unserer Kirche in Rödinhausen war einer der zwölf Jünger Jesu und wikte als Missionar in vielen Ländern. Die Art seines Martyriums ist nicht genau bekannt. Vielleicht wurde er enthauptet, gekreuzigt oder gar gehäutet, eine in Persien im Jahre 51 übliche Todesstrafe.

 

 

 

 

 

 

12. Johannes mit dem Kelch, der Evangelist

Als Sohn des Fischers Zebedäus und seiner Frau Salome von Galiläa wurde er in Bethsaida geboren. Er ist der Verfasser des Johannes Evangeliums. Mit Petrus und seinem Bruder Jakobus dem Älteren gehörte er zu den Vertrauten Jesu, nach Paulus Worten zu den "Säulen der Kirche". Er war der einzige Jünger, welcher Jesu bis ans Kreuz gefolgt war. Ihm hat Jesu seine Mutter zum Schutz anvertraut. Als die Christenverfolgungen in Palästina durch Herodes Agrippa I. zunahmen,verließ er zusammen mit Maria( Mutter Jesu) das Land und reiste nach Ephesos, wo Maria zwischen 50 und 54 gestorben ist. Nach neuesten Forschungen wird das letzte Buch der Bibel "Die Offenbarung des Johannes" nicht Johannes zugeschrieben. Er starb im hohen Alter in Ephesos.

 

 

 

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